Für Rebecca Thommen Stadelmann
und Felix Stadelmann, die Schulleiter
der Tanzschule «Dance to Dance»
ist Tanzen Beruf und Hobby zugleich.
Kinder und Jugendliche tanzen Hip-
Hop, Jugendliche Ragga Jam. Andere
werden mit Salsa, Tango Argentino,
Flamenco in die Schule gelockt. Doch
warum nicht Schritte und Figuren zu
Cha-Cha-Cha, Rumba, Jive, Walzer,
Foxtrott, Quick Step oder Discofox ausprobieren?
Musik von Timbaland, Rihanna
oder Amy Winehouse – alles ist tanzbar,
meint Rebecca Thommen Stadelmann.
«Tanzen verleiht gute Gefühle, positive
Energie!» Sie ist gemeinsam mit Felix
Stadelmann Schulleiterin der Tanzschule
«Dance to Dance». In der unter
Denkmalschutz stehenden Hauptpost
an der Gerbergasse 13 bieten die beiden
ein breites Kursprogramm mit viel Musik
und Tanzsport für Kinder, Jugendliche
und Erwachsene an. Bei jedem
Tanzstil sind Bewegungsfreude und
Rhythmusgefühl gefragt. Körper und
Gehirn werden trainiert und die passende
Musik versetzt jeden in die richtige
Stimmung.
In den Wandspiegeln des grossen
Saales sieht man am 31. März nachmittags
die strahlenden Gesichter der OSKlasse.
Die Spiegel kann man auf die
Seiten klappen, so dass der Raum mit
dem angrenzenden verbunden wird.
Dies geschieht zum Beispiel, wenn alle
drei Wochen die Samstagabend-Party
«Lets Fetz» stattfindet.
schwitzen im takt. Wie fühlt es sich
an, Hip-Hop zu tanzen? Wie alt ist die
jüngste Schülerin, wie alt der älteste
Schüler der Tanzschule? Hat sich jemand
bei Ihnen beim Tanzen so verletzt,
dass er nicht mehr tanzen konnte?
Mit diesen und vielen weiteren Fragen
waren die Mädchen und Jungen ins
Tanzstudio gekommen.
Wie führt man in einer Kursgruppe
einen Tanzstil ein? Dies dürfen sie gerade
selbst erleben. Hip-Hop-Lehrerin Loredana
D’Anna bringt sie ganz schön ins
Schwitzen. Ein kurzes Aufwärmen – eigentlich
ist dies mit dem Treppensteigen
bis in den vierten Stock bereits erfolgt
– dann kopieren sie ihre Schrittfolgen,
bewegen lässig Kopf, Oberkörper,
Arme und Hände, lassen Beat und
Sound auf sich wirken. Hip steht für
Hüfte, Hop für Sprung. Alle sind bei
diesem Tanz, der Ende der Siebzigerjahre
in den Strassen der South-Bronx
entstand, mit Begeisterung dabei.
schnelle schrittfolgen. «Wir versuchen
zunächst etwas Einfaches.» Loredana
D’Anna lacht und tanzt vor.
Mädchen wie Jungen stehen nebeneinander
und folgen den Anweisungen.
Loredana hat alle im Blick, auch wenn
sie ihnen den Rücken zudreht. Dies ist
wichtig. Der Spiegel zeigt allen ihre und
ihr die Bewegungen der Gruppe. So
kann wiederholt und korrigiert werden.
Die Klasse bestürmt Loredana
D’Anna. Sie wünscht sich, zum Song
«Apologize» von Timbaland zu tanzen.
Als die Musik eingespielt wird, singen
alle mit. Überraschend legt Loredana
los. Eine blitzschnelle Abfolge von Bewegungen!
Musikstopp. Erst dürfen ihr
die Jungen nachtanzen, dann die Mädchen.
Dies klappt erstaunlich gut. Doch
als die Musik ertönt, geht alles wieder
zu schnell.
pose. Auf die Frage, welche Tänze sie
beherrschen, stehen Rebecca Thommen
Stadelmann und Felix Stadelmann auf.
Rebecca klickt am an die Stereoanlage
angeschlossenen PC auf Musikwünsche.
Pose – und los gehts mit Standard,
Latein und Discofox. Tango Argentino
aber ist ihr eindeutiger Favorit!
Der Besuch im «Dance to Dance»
zeigt nachhaltige Auswirkungen: Fanny
fände es toll, wenn Mädchen und
Jungen der 1a Paartänze ausprobieren
würden. Pablo G. übt bereits selbstvergessen
im Klassenzimmer mithilfe eines
Tanzbuches für Einsteiger: «Eins, zwei,
drei; eins...» Richtig! Das ist der langsame
Walzer (30 Takte/Minute). Beim
Wiener Walzer (60 Takte/Minute) würde
ihm bestimmt schwindlig.