Die zää Dänz

Der änglischi Walzer

Um d Joorhundertwändi 1900 isch in Eiropa e Moodedanz yygfiert woorde, wo 1870 in Boston/USA entstanden isch, der Boston. Dää Danz het der daamaaligi Keenig vo de Dänz, der Wiener Walzer in der Biliebthait abgleest. Der Wiener Walzer isch vom Figuuremateriaal häär gsee scho immer yygschränggt gsi (bis zum änd vom 19. Joorhundert het me numme Rächtsdraaiige kennt, speeter denne d Linggsdraaiigen und Yybergangsschritt). Daas hett sich mit em Boston gänderet: Er isch eebefalls im ¾ - Thaggt gspiilt worden und er het de Danzbaar die greeschtmeegligy Freihait gwäärt. Zwoor hän Grundschritt exischtiert (3 Schritt voorwäärts, 3 zrugg, Draaiige, ussesytligy Bosizioone, Zeegerschritt), doch het me bi der Usfierig der Fantasyy freie Lauff gloo. Daas het der Juuged gfalle. Die Junge vo doozmool hän sich nimme kenne idäntifiziere mit de häärkemmlige Dänz wien em Wiener Walzer, der Bolka, der Gwadrille oder em Tuustep. Im Boston hän si e neis Lääbesgfyyl gsuecht mit Voorwäärtsbiweegige und mit freie Figuureverbindige.

Sälbverständlig het sich dää neiy Danz ni so ooni Wyteres duuregsetzt; Zitaat: „ Der Boston Américain isch en Aart yygschloofene Walzer“, „ Die guete Walzerdänzer haisse der Boston der Walzer vo de Dumme“, „ Der Dänzer het beidy Händ uff e Rugge vo de Daame grad under de Schulterbletter brässt. Sii het iiry Finger uff baidy Syte vo syym hooche Steegraage gleggt. Druff aaben isch das Baar iibere Barkettboode glaitet und isch vo Zyt zu Zyt soo dief in d Gnei gange, ass es fascht der äärdboode biriert het. Derbyy isch der Kopf vo der Dänzerin langsaam uff d Bruscht vom Dänzer gfalle“.

Fälschligerwyys liist men immer wiider, der langsami Walzer syg uss däm Boston entstande. Es stimmt zwoor, dass e baar Figuure yybernoo woorde syn (z.B. Ussesytlige Wäggsel), d Grundfiguure wie d Rächts- und d Linggsdraaiigen und Yybergangsschritt aaber stamme vom uurspringlige Wiener Walzer ab. Der Boston und der langsami Walzer sind aigetlig unabhängig vonenander us der glyyche Wurzlen entstande.

Bis ins Joor 1927 het me bi de Linggsdraaiige wien au im Wiener Walzer der lingg Fuess vor der rächti Fuess kryzt, will me der langsami Walzer noonig diagonaal zu der Wand aagfange het. Im Joor 1935 het der Victor Silvester, aine vo de bikannteschte änglische Danzleerer uss der Aafangszyz, die biraits erwäänte Grundfiguure mit de hyt no biliebte Figuure wie „Natural Spin Turn, Double Reverse Spin, Outside Spin, Impetus, Telemark“ und no andery ergänzt.

Der langsaami Walzer wird im ¾ -Thaggt bi ungfoor 30 Thäggt in der Minute gspiilt.

Der Cha Cha Cha

Wie d Rumba stammt au der Cha Cha Cha uurspringlig us Kuba. Deert het er in de 50er Joor der seer schnäll gspiiltyMambo, wo sich nit het kenne duuresetze, abgleest. Am Aafang het der Cha Cha Cha Mambo-Cha Cha Cha ghaisse, wääge der muusikalischen Ablaitig. Doch het me schnäll der Namme zu Cha Cha Cha reduziert, und das isch hyt no giltig, au wills Wort sälber e rhytmische Bistanddail isch vo dääre Muusik (4 + 1= Cha Cha Cha).

Vom Figuurematerial häär gsee sin seer vyyly Elimänt vo andere Dänz iibernoo worde, wobyy d Rumba aafänglig d Haupt-Gotte gsii isch (Fan, Hockey Stick, Hand to Hand, Alemana usw.). Speeter sin no Figuuren us Beat und Disco derzuekoo.

Will der Cha Cha Cha e freelige Tanz isch, wo aafänglig kaini groossen Aasprich an d Dänzer stellt (e groossi Erlyychterig fir vyyly isch gsi, dass im Gägesatz zu der Rumba im Cha Cha Cha uff 1 e Schritt danzt wiird), isch er schnäll via Nordameerika zu uns koo und e biliebte Moodedanz woorde. Kai Wunder also, dass er anno 1961 ins internationaali Turnierbrogramm uffgnoo woorden isch und bis hyt wältwyt populäär bliiben isch.

Bis in d 70er-Joor isch der Cha Cha Cha in eren Aart und Wyys interpretiert worde, wie me sich das hytte uff kai Fall mee kaa voorstelle, Zitaat H.Günther und H.Schäfer: "Auch der Cha Cha Cha muss als erotisches Spiel getanzt werden. Aber im Gegensatz zur feurigen Rumba ist der Cha Cha Cha nur ein amüsanter, koketter Flirt. Man bindet sich nicht, man gefällt sich, man ist entzückt voneinander, man spielt, man brilliert - alles ohne Ernst, ohne Passion, ohne Erregung. Keck, fröhlich, perlend wie Sekt ist der Cha Cha Cha. Diese übermütige Natur des neuen Tanzes kommt schon in der Musik zum Ausdruck. Daher hat auch der Tanz eine Fülle von brillanten Figuren. Man darf die Beine in die Höhe werfen, man klatscht in die Hände, hüpft und stösst den Partner leicht mit dem Finger, man spielt Pinguin mit den Händen und Hüften, trennt sich und droht mit den Fingern und Augen. Aber ebenso rasch wie zur Trennung kommt es wieder zur Vereinigung. Nichts ist von Dauer, alles ist flüchtig und offen. Der Cha Cha Cha ist ein immer wechselndes, flüssiges Spiel mit Fliegen und Haschen, mit Kreisen und Fliehen. Beine, Arme, Hände und Finger, der ganze Körper, sogar die Augen sind in ständiger Bewegung. So müssen auch die Figuren getanzt werden."

Wie schnäll sich doch d Zyten ändere!

Der Jive

Aigetlig miessts haisse: latyynamerikaanischi und amerikaanischi Dänz, will der Jive mit Latyynamerika doch nyt gmainsaam het. Genau uss däm Grund hän in ängland friener die latyynamerikaanische Dänz „latin and american dances“ ghaisse. Nur d Muusig bim Jive verrootet mit der Off-Beat-Bidoonig uff 2 und 4 e gmainsaamen Uursprung mit andere latyynamerikaanische Dänz; dää gmainsaami Uursprung liggt aaber in Afrika.

Wie bi vyylne Dänz, het sich der Jive im Verlauf vo der Zyt uss andere Dänz entwigglet. Us em Blues vo der Joorhundertwändi het sich in de 30ger-Joor, mit Jazzelemänt vermischlet, der Boogie-Woogie mit syynere glyychblyybende Bassbiglaitig vo der lingge Hand (Glavier) entwigglet. Nodäm der Blues aaber au der Boogie-Woogie aafänglig nur vo Nääger ussgfiert worde sind, hän der Tomy Dorsey und syyni Bigband anno 1938 em Boogie-Woogie zum Duurbruch verholfe. Us em Boogie-Woogie-Rhythmus isch anno 1940 der Jitterbug entstande, wo im 2.Wältkrieg dangg den amerikaanische Soldaate uff Eiroopa koo isch. In ängland isch us em Jitterbug der Jive entwigglet woorde, und dää het dert anno 1944 en eerschte Heepunggt vor allem under de Teenager erläbbt.

Noonem Krieg isch der Jive vyylerorts verbotte woorde (z.B. in ängland anno 1949), me het en aaber in sym Triumpfzug nit kenne uffhalte. In de 50er-Joor isch e Rock’n Roll-Wälle gfolgt mit u.a. em Bill Haley, doodruff hän sich d Generatioone no mee usenander gläbbt. Anno 1955 sind Verbottsdaafele in ängland („No Jive allowed“) dur anderi ersetzt woorde: „No Jive allowed except during Rumbas and Sambas“ (Jive verbotte usser wäärend Rumbas und Sambas), was fir e Fortschritt! Noodäm sich der Rock’n Roll als no wilder erwiise het, isch d Akzeptanz fir der Jive wyter gstiigen und er isch am änd vo de 60er-Joor als 5. Danz bi de Profi-Turnier yygfiert woorde und anno 1976 bi den Amatöör.

Der langsami Foxtrott

Bym Slow Foxtrot (anderi Nämme: langsame Foxtrott, Slofox ooder ganz aifach Foxtrott) kunnt, wie bi kaim andere Danz, s britische „Understatement“ zum Draage. Do wird greedet vo: „Kiss the floor“(baidi Fiess mien, wie au bi den andere Schwungdänz, mit weenigen Uusnaame immer Boodekhotaggt haa und s Barkett mit weenig Drugg „stryychle“), vo „Rolls-Royce-Aktion“ (wo fir d Ussesteendi der Danz langwyylig erschyyne losst), vo Waichhait, Glassehait, Rue, Non-Chalangce, alles u.a. änglischi Merggmool.

D ängländer danze der klassischschti Slow Foxtrott, fir d Kenner der scheenschti, wo maischtens uss Grundschritt bistoot, der kinschtlerischi Aschbäggt yyberwiegt gegeniiber em sportlige bi Wytem. Will der Slow Foxtrott den ängländer relativ lyycht fallt und si fir die andere Dänz, bsunders fir der langsami Walzer mee Zyyt uffwände, het sich s internationaali Khlischee verbraitet, dass der langsami Walzer der schwiirigschti Danz vo alle Standarddänz syg. Datsach isch aaber, dass fir Nit-Brite der Slow Foxtrott bsunderbaar naarhaft und leeruffwändig isch. Und mit der Zyt kann er sich, wie d Rumba bi de latyynamerikanische Dänz, als Lieblingsdanz uusekrischtallisiere. Ainewääg wiird selbverstäntlig e groosse Dail vom Thurnierdanztreening fir der langsaami Walzer uffgwändet, will die maischte Grundaggzioone vo däm Danz uff die andere Schwungdänz und z.D. sogaar uff der Thango yyberdrait ka wäärde.

Kai andere als der Heinz Pollack kaa d’Entsteeig vom Slow Foxtrott anno 1922 besser bischryybe. Als Zyt-Zyyg het äärs erläbbt:

„Raffiniertes Ragout: Fox-trot hat - so merkwürdig das klingen mag - keinen eigenen Rhythmus. Fox-trot-Musik war ursprünglich nichts weiter als ein etwas langsamer gespielter Rag-time. Die Synkope feierte Orgien. Doch plötzlich waren Synkopen, Triolen und Läufe verschwunden, und auf der Bildfläche erschienen sanfte, ruhige, schwermütige, exotisch-eintönige Weisen, die grenzenloses Staunen hervorriefen. Diese Metamorphose war verblüffend. Was war geschehen? Dieses: Des einfachen Rag-time-Rhythmus müde, kochte man aus One-step-, Boston- und Tango-Abfällen, vermischt mit Rag-time-Zutaten, ein äusserst raffiniertes Ragout. Obgleich nur aus alten Mitteln hergestellt, gewürzt, gewendet und geschickt verarbeitet, mundete es sehr schnell selbst dem verwöhntesten Gaumen. Jetzt haben wir diese neuen Fox-trot-Noten, die durch die Verbindung aller Stilarten etwas verschwommene Konturen haben. Dass die neuere Fox-trot-Musik so überaus melodisch ist, liegt sicherlich an diesem fast lässigen Rhythmus, der der ungehemmten Entfaltung der Melodie alle Wege ebnet. Ob sich sein verwässerter Rhythmus auf die Dauer halten wird, ist schwer vorauszusagen. Da jedoch die Musik so überaus reizvoll ist und in stetem Wechsel immer neue Nuancen und Variationen entstehen lässt, besteht wohl vorläufig keine Gefahr, dass sie verschwindet."

Und der Reinhold Sommer het in syynere "Theorie der Gesellschaftstänze" 1924 gschriibe:

"Der neue 'Double Fox': Neu? Nein, absolut nicht. Aber sehr schön. Langsames Tempo, doppelt so langsam wie beim einfachen Foxtrot. Daher der Name 'Double'-Fox. Der Tanz selbst ist ein Gemisch von einfachem Gehen vorwärts, durch Pausen häufig unterbrochen, in denen der rechte oder linke Fuss gleichsam 'fühlend' zwei oder dreimal vorgesetzt wird, um mit übernahme der Körperlast die weitere Vorwärtsbewegung einzuleiten. Ein paar kleine Laufschritte bringen in den ruhigen, rhythmischen Gang zuweilen eine lebhaftere Note. Seitliche Schritte mit Anschlagen, ähnlich den oben beschriebenen, sind auch da, einfaches Wenden in Linksdrehung und Weitergehen in der Tanzbahn rückwärts bieten gleichfalls angenehme Abwechslung. Wie denn überhaupt vorläufig jeder macht was er will. Es ist nichts Feststehendes was ich beschreibe, es ist ein Suchen, ein Tasten, ein intensives Arbeiten an neuen tänzerischen Ausdrucksformen. Schwer ist dieser Tanz. Er erfordert neben absoluter Beherrschung des Körpers eine tadellose Haltung und muss mit Grazie und einer besonderen Hingebung an die musikalische Idee ausgeführt werden. Er erfordert innere und äussere Beherrschung in hohem Masse, drum sei er uns als Bildungsmittel willkommen."

Alli Gwelle sinn sich ainig, dass sich der Slow Foxtrott uss em Ragtime und uss der amerikaanische Marschmusigg entwigglet het. Das ooben erwäänti "nichts Feststehende“ isch vo den ängländer, wie bi den andere Dänz au, schnäll gänderet woorde und anno 1915 het drotz em Grieg in London der erschti raini Foxtrott-Ball stattgfunde (s eerschte Thurnier anno 1920).

Wääge der Schwiirigkait und der Biweegigsintensität vom Slow Foxtrot wird dää Danz in de maischte Danzschuelene, wenn yyberhaupt, erscht seer spoot unterrichtet, was em speetere Niivoo uf der Thurnierstuefe au nit unbidingt ferderlig isch.

Der Paso Doble

Anno 1790 hets in Franggryych en Infantryymarsch gää mit em Namme „Pas redoublé“. Dää Marsch, wo in Spannien au als „El Soleo“ bikannt isch, het me, wie alli Märsch im 2/4 – Taggt gspiilt (jeede zwaite Schritt bidoont) mit öppe 130 Schritt in der Minute. Uff dytsch heisst der Paso Doble Doppelschritt. Es wiird vermuetet, dass der erwäänti Marsch u.a. bim Yyzuug vom Torero in d Stierkampfareena gspiilt woorden isch. D Reeglen und d Rituaal vom Stierkampf sin im 18. Joorhundert in Andaluusie feschtgleggt woorde, und 1910 isch in Franggryych druss der Paso Doble entstande, zeerscht als Stierkampf-Pantomyyme, denn als aigeständige Danz (doorum au die franzeesische Figuurenämme).

Der Paso hebt sich bsunders dur d Muusig, d Haltig, die fäälende Hiftbiweegige und d Fuessteggnig vo den andere latyynamerikanische Dänz ab. E Paso Doble-Musiggstigg bistoot uss eren Yylaitig und drey Hauptdail mit genau feschtgleggte Heepinggt. Evelyn Hörmann, e bikannti dytschi Danztreenerin, sait zum Paso Doble:

"Der Paso Doble ist bekanntlich der Tanz des Herrn. Turnierleiter pflegen das Publikum darüber zu informieren, dass die Dame 'nur' das rote Tuch ist, mit dem der Torero den imaginären Stier reizt und täuscht. Dass sie hier ganz entschieden die zweite Geige spielt, gibt die Dame u.a. schon durch ihre etwas gesenkte Kopfhaltung zu erkennen. Beim genauen Hinsehen sind aber eine Menge von Bewegungen zu beobachten, bei denen sich die Dame ganz emanzipiert benimmt und, vor allem in den Flamenco-Schritten spiegelbildlich das gleiche tut wie der Herr. Die Auseinandersetzung zwischen Torero (Symbol der geistig-menschlichen Geschicklichkeit) und Stier (Symbol der tierischen Kraft) macht auch nur einen Teil des Stierkampfes aus. Es passiert beim echten Stierkampf schon eine Menge, bevor der Stier überhaupt in die Arena kommt, und es passiert noch viel mehr, bis der Torero in Kontakt mit dem Stier tritt. Viel Tänzerisches ist im 'Spiel', wenn der Torero sich ausführlich dem Publikum präsentiert und wenn die Picadores und die Banderillos den Stier umkreisen. Das heisst, gerade dann, wenn wir den Paso Doble ganz strikt als Tanz auffassen, der aus dem Geist des Stierkampfes heraus geboren wurde, brauchen wir auf dem Parkett durchaus nicht ständig das Gefühl zu haben, mit einem Stier zu kämpfen."

Der Quickstep (Der Schnällschritt)

Woo men öppe anno 1920 der „Slow Foxtrott“ in syyne Grundfiguure „biherrscht“ het, hän d Baar neii Herussforderige in däm Danz gsuecht. Si hän s Thämpo massyyv gstaigeret. Noo Wunsch hän d Orcheschter noodinoo immer schnälleri Muusig gspiilt, vo den uurspringlige 30 Täggt in der Minute sin si bi 50 aaglangt. Doo het me nadyyrlig nimme kenne die groosse, offene „Slow-Fox“-Figuure danze, daas verstoot me voremesälber. Fierendi änglischi Danzleerer hän doorum anno 1924 statt em Dreyerschritt en aifache Geeschritt ussgfiert und die schnälleri Versioon vom Slow-Foxtrott „Quickstep“ gnennt.

Bivoor sich der „neii“ Danz duuregsetzt het, isch anno 1925, den ängländer hets gaar nit gfalle, der Tschaarlstenruusch ussbroche. Fir sii eergerlig ischs gsii, will der änglischi Stiil e schwungvolli Furtbiweegig im Ruum aasträbt het, der Tschaarlsten aaber stazionäär danzt woorden isch. Doch fir alles git e Leesig, und die änglische Danzleerer hän der stazionääri Tscharlsten in e progressiive ooni „Kicks“ umgänderet. Denn het me das Ganzi non e bizzeli mit em Foxtrott gmischlet und fir kurzi Zyt "Quicktime Foxtrot and Charleston" gnennt.

Anno 1927 sin d Tschaarlsten-Biweegige langsaam ganz ewägg gfalle, und bi der grosse Danzleererkomferänz anno 1929 in ängland het me der „Slow Foxtrott“ und der „Quickstep“ in zwai aigeständigi Dänz trennt. Zu den aafänglig danzte „Quater Turns (Viertelsdraiige) und „Chasses“ sin am Aafang vo de 30er Joor unter anderem „Natural Pivot Turn, Natural Spin Turn, Double Reverse Spin und Fish-Tail“ derzuekoo.

Lyt us dääre Zyt schryybe iibere „Slow Foxtrot“ und em „Quickstep“:

"Der Foxtrott sieht sehr einfach aus, ist aber in Wirklichkeit sehr schwer zu tanzen. 'Jeder weiss', sagt Alex Moore, 'dass ein wirklich freifliessender Federschritt, Dreierschritt und eine Rechtsdrehung schwerer zu tanzen sind als eine der raffiniertesten modernsten Variationen'. Nur die wirklichen Kenner wissen die königliche Eleganz, die noble Schönheit des Foxtrotts zu schätzen. Das Publikum spendet ihm im allgemeinen weniger Beifall als etwa dem Quickstep. Der Foxtrott drängt sich nicht auf, er kennt keine raffinierten Tricks. Er ist vornehm und lässig wie ein englischer Gentleman. Das Understatement, das Nicht-Auffallen, gehört zu seiner Eigenart.

Der Quickstep hat nichts von Würde an sich, er ist leicht, übermütig und voll prächtiger Laune. Er ist daher auch der Liebling des Publikums. Wendiger als der Foxtrott, ist er viel eher bereit, Anregungen von allen Seiten aufzunehmen. Im Gegensatz zum vornehmen Foxtrott kleidet sich der Quickstep gern modisch, ohne allerdings sein Wesen wirklich zu wandeln. Der Grundschritt ist und bleibt das Chasse, die geschlossenen Füsse in der Bewegung. Das gleichmässige Gleiten fehlt, und manchmal gibt es ganz ausgesprochen lustige, perlende, hüpfende Schritte. Dennoch muss auch der Quickstep stets flüssig getanzt werden. Er kennt keine Pausen und wirkt daher niemals abgehackt oder ruckartig. Auch die Quicks, etwa in den Chasses, müssen fast etwas zögernd und lässig gebracht werden, ohne dass der Quickstep dabei seine kecke, sprühende Lebendigkeit verliert.

Der Quickstep verzaubert, berauscht und beschwingt, aber er verliert nie seinen Fluss, seine Form. Der Quickstep lockert und befreit, aber er entfesselt nicht. Er ist heiter und lustig, aber niemals vulgär. Der Slow Foxtrott ist konservativ, der Quickstep liebt den new look. Die Named Variations haben durchaus modische Figuren, die das Publikum zur Begeisterung hinreissen. Die Orthodoxen haben um 1948 diese Figuren als unvereinbar mit dem Englischen Stil abgelehnt. Es gibt etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, die raffinierte Verbindung von Checked Lock (Abgefangener Kreuzschritt) und Tipsy (tipsy heisst beschwipst; die Figur Tipsy besteht aus ganz schnellen Quicks zu je einem Achtel des Taktes anstatt der normalen Quicks zu je einem Viertel). Der Gegensatz von Checked Lock und Tipsy - langsam und schnell - wirkt ausgesprochen lustig. Derartige Figuren sind wie das lachende Leben selbst, das der Quickstep verkörpert."

D Rumba

Rumba, d Rumba, was isch daas?
„Myy Lieblingsdanz under de latyynamerikaanische Dänz, kai Froog“ saage die Ainte. „Das isch dää mit em schwiirige Thaggt, won yych nie gheer, dää maag i nit“ die Andere. Dass d Rumba e Wäärbedanz isch, im 4/4 Thaggd bi eppe 28 Thäägd in der Minute gschpiilt wird und doo dermit zu de langsaame Dänz gheert, wisse die Maischte.

Urspringlig isch das Wort Rumba e Sammelnamme fir vyyli kubaanischi Baardänz vom 18. und 19. Joorhundert gsii und het so vyyl wie Zämmekoo, Fescht, Danz bidytted. Kuba isch anno 1492 vom Kolumbus entdeggt woorde, het vo dennenaa de Spannier „gheert“, wo glyy duruff e reege Schglaavehandel bitriibe hän. Die importierte Schglaave sind alli vom weschtafrikaanische Volgg Yoruba (hyttigs Nigeria) koo, und das isch e hoochkultivierts, musigg- und danzbigobts Volgg gsii, wo in der Folgg uff Kuba aini vo de bidyttendschte Musiggkultuure vo der Wält gschaffe hän.

Anno 1882 isch d Rumba als aigeständige Danz zum eerschte Mool immene Gidicht erwäänt woorde, isch anno 1930 no New York und vo deert us uff Eiroopa koo. Vo 1932-1934 isch si als säggste Standarddanz ins Thurnierbrogramm uffgnoo woorde, het sich aaber nit kenne duuresetze, under anderem will die maischte Thurnierdänzer gmaint hän es syyg en Aart Foxtrott mit Hiftgiwaggel (vyyli Orkheschter hän au aartfremdi Inschtrumänt wie Gyyge usw. fir iiri Rumba-Stigg bruucht). In Dytschland isch d Rumba kurz no der Machtergryffig vom Hitler-Reschyym verbotte woorde.

Anno 1945 wiiderentdeggt, het men in de 50er-Joor bees gstritte um die richtige Grundschritt vo der Rumba (der sooginannti Rumba-Krieg). Uff der ainte Sytte isch vo USA d „Square-Rumba“ (Carré) uff Eiropa koo (vom Franzoos Lucien David standardisiert), uff der andere Sytte hän der Franzoos Pierre Lafitte (maischtens nuur Pierre gnennt) und syyni Partnerin Doris Lavelle, wo baidi in London gläbbt hänn, iiren aigene Rumbastiil entwigglet (Cuban Style). Druff aaben isch entschiide woorde, dass d Rumba uff zwai verschiidene Grundschritt kenni uffbaut wäärde. Anno 1961 hän d ängländer aaber fir iiry Thurnierbaar die kubaanischi Rumba bischlosse, waas mit der Eerschtussgoob vo der Latyyn-Theggnigg vom Walter Laird dennen au internationaal akzäptiert worden isch.

D Samba

Samba, das isch Brasyylie, das isch Karneval, das isch Freeligkait, Usglossehait, das isch hyt no Ruusch, jo Egschtaase in Rio, das isch Flucht ussem Alldaag, das ich e nationaal Eraignis in Brasyylie. Me schafft e ganzes Joor doo druff aane.

D Faasnacht kennen au miir. Au das Uff-eppis-aane-schaffe, sich fraie uff die drei scheenschte Dääg an der Baasler Faasnacht. Samba und Faasnacht gheeren naimeduure zämme, nit nuur will baides „Wintersportaarte“ sind (weenigschtens in unsere Braitegraad). Baides sin Drooge, scheeni und sinnvolli Drooge, oder Vyyre, wo in der Wirggig nie noolöön.

Brasyylie isch emool e portugyysischi Kolonyy gsii (syt anno 1822 unabhängig, in welli me, wie in alli andere eiropääische Kolonyye au, Dausigi vo Schglaave us Afrika iiberfiert het. E groosse Dail stammt vom Yoruba-Volgg und vo de Bantu-Velgger vom Khongo und uss Angoola. Alli die Velgger hän kultischi Fescht gfyyrt, wo sich iiber Stunden und Dääg hiizooge hän und zeerscht emool mit Danze verbunde gsii sin, s Zyyl dervoo isch nadyyrlig d Egschtaase gsii. Us dääne Dänz isch d Samba entstande. S Woort Samba isch, wien au Rumba, e Sammelnamme fir vyyli Danzaarte.

In Brasyylie hän sich im 17. und 18. Joorhundert die afrikaanische Raigedänz mit de portugyysische Ainzel-Baardänz vermischlet und sind vor 1910 mit emene Danz, der „Maxixe“, in dääre Mischform eerschtmoolig uff Eiropa koo. Anno 1924 isch d Samba gfolgt und isch voriibergeend au in Thurnier uffgnoo worde. Will aaber d Biweegige und Rhytme fir die doomooligi Zyt offebaar no z vyylfältig und z kompliziert gsii sin, het sy sich numme bis 1925 kenne heebe.

Noch em 2. Wältkrieg isch d Samba anno 1948/49 in ere veraifachte Form wältwyt populäär woorde (2-Schritt-Samba mit Tippschritt = Schritt voorwäärts, Täp voorwäärts, Schritt ruggwäärts, Täp ruggwäärts, im Geegesatz zum hyttige 6-Schritt-Muschter – baides iiber 2 Täggt). In der Folgg dervoo het me si fir der Thurnierdanz wyterentwigglet und anno 1959 ändlig ins Thurnierprogramm uffgnoo. Dur die vyyle Veränderige, Kultuurvermischige und Verfyynerige het die hyttigi Gsellschafts- und Thurniersamba mit der urspringlige Samba aaber nimm vyyl gmainsam.

Der Thango

D Gschicht vom Thango isch zum Verwiirle will sich in verschiidene südamerikanische Länder Dänz under däm Namme bildet hän (in Uruguay, Brasyylie, Khuba und Argentynie). E Gmainsaamkait losst sich aaber finde: All die Dänz sin vo Schwaarze danzt woorde, also isch der Uursprung mit Sicherhait in Afrika z sueche. S Wort Thango erschyynt 1808 zum eerschte Mool in Montevideo. Uff Khuba wird das Woort fir e Näägerfescht verwändet. Im Joor 1870 daucht wiiderum der „Tango de la raza africana“ uff. Thango heisst zeerscht emool Drummle, Fescht, Ainzeldanz, und denn speeter Baartanz.

Syt speeteschtens im Joor 1870 het me d Habaneera, das isch au en afrokhubaanische Danz in Brasyylie, Thango gnennt. D Habaneera het au wie alli andere thypische brasiliaanische Näägerlieder und Dänz scho der glyych Rytmus ghaa wie der hyttig Thango.

Us der Habaneera hän sich in de Haafeviertel vo Montevideo d Milonga mit erwyterete Schrittmuschter entwigglet. D Voorwäärtsbiweegige sin uffsmool unterbroche woorde und es isch d Figuur Corte entstande (= cortar haisst uf spanisch abschnyyde).

In Argentynie het sich der nei Danz nit sofort duuregsetzt. Eerscht wo sich geege 1900 die volggstimmlige Glaikunschtbiinene vo Buenos Aires der Milonga aagnoo hän, het dää Danz aagfangen Erfolg z haa. Die wildi Milonga isch zum salongfääige Thango woorde, us em fräche und lyychtsinnige Danz hets e schwäärmietige, romantisch-sentimäntaale Danz gää.

In Pharis isch der Thango als neie Gsellschaftsdanz am Aafang vom 20. Joorhundert bigaischteret uffgnoo worde (1.Thangothurnier anno 1907 in Nizza). D Folgg dervoo: Franzeesischi Thangodänzer sin nach ängland yyglaade woorde und anno 1912 hets vor allem in London und Pharis Thango-Yylaadige, Thango-Thee und Thango-Nachtässe ghaa. In de Baize sin zum eerschte Mool Danzflechenen aabotte worde (dermit aagfange hets Savoy in London).

Wies z erwaarte gsii isch isch der Thango wiescht bikämpft woorde: Die änglischi Zytig „Times“ het en anno 1913 e heggscht unschigglige Danz gfunde, der dytsch Kaiser het en fir syyni Offizier verbotte, der Phaapscht het der nei Danz gächtet. Der Grund fir d Abläänig vom Thango sin nit numme d Biweegige gsii, aaber vor allem d Abstammig („Näägerdanz“). Will me nen nit het kenne verdränge isch men uf vyyli anderi Ydee koo:

Es hän Dichter der Uffdraag griegt, d Uurspring bi den alte Grieche uffzspyyre. Wo daas nit gangen isch, het me versuecht noochezwyyse, dass die argentynischi Gsellschaft dä Danz abläänt, dass er nur in brivaate Hyyser mit schlächtem Rueff danzt wurdi, dass Thangomuusig fyr argentynischi Oore aigedlig e Gruus isch.

S het nyt gnutzt: Wie scho bim Wiener Walzer het au daasmool s Neii yyber alli Moralischte und Gonservatyyve thriumpfiert. Uff verschiidene Danzleererkhonferänzen in ängland (1920-1929) isch der Thango ändgyltig gformt und standardisiert und braggtisch alli hyt no danzte Grundschritt schriftlig formuliert woorde. Au der Phaapscht het s Verbott uffghoobe, är het aaber empfoole, me söll doch statt em Thango d Thurlana danze, e Volggsdanz uss syynere veneziaanische Haimed.

Der Wiener Walzer

Erschti Spuure vom hyttige Wiener Walzer finde sich biraits im 12. Joorhundert under verschiidene Nämme und zwoor im alphyyne, dytsch-eeschtryychische Ruum. In den Aafäng het er vyyli Nämme ghaa: Schweebisch, Steyrisch, Languus, Blattler, Ländler, Schlyffer, Dytsch. Daas alles sin Wäärbedänz gsi mit fascht idäntische Schrittmuschter.

Bis ins 15. Joohundert isch au no rächt gsittet danzt woorde, me het nämmlig zum Bartner Dischtanz ghaa. Ab und zue hän sich d Händ biriert. Der Danz isch e Mischig zwische Wäärbe, Umgraise, Fliee und Fange gsii. Numme bi gmainsaame Draiige am änd und als Hammer hän d Bäärli Keerperkhontaggt ghaa. Mit der Zyt hän die Danzende aaber immer meh Fraid an eebe däm Keerperkhontaggt ghaa: „Iire Danz isch esoo gsii: Si hän s Frauezimmer bi der Hand, wo si grad gschmitzlet hän, gnoo, hän denne graad iihri Hand uff d Schultere vo der Daame gleggt, hän si umfasst und hän si dääwääg an sich druggt, dass d Bagge zämmekhoo sin“ (Montaigne, franz. Filosoof und Schriftsteller, 1580).

Kai Wunder, dass d Oobrigkait do het miessen yyschrytte:

"Nachdem nit allein an einen Erbarn Rat gelangt, sondern auch offentlich am Tage und vor Augen ist, welchermassen bei den Hochzeiten und anderen Tänzen Missbrauch gehalten, indem dass Frauen und Jungfrauen übermässig herumbgeschwungen und verdreht werden, da muss nit geringe ärgernis und Nachrede erfolgen... so haben unsre Herren diesem unziemlichen Missbrauch nit länger zuschauen wollen, ernstlich gebietend, dass sich ein jeder, wes Standes er sei, bei allen Tänzen alles unzüchtigen Tanzens, dazu alles Herumbschwingens und Verdrehens, desgleichen allein in Hosen und Wams ohne darüber angetan Kleid zu tanzen, sich gänzlich enthalten soll" (Root vo der Stadt Nürnbäärg 1550).

"Die Tänze soll man halten wie von alters her, züchtig und ehrlich, ohne Verdrehen, Umschlingen und andere böse Geberden. Das Schleudern und Verdrehen wird bei einer Mark Strafe verboten" (Magdeburg 1544).

"Frauen und Jungfrauen sollen sich züchtig am Tanz zeigen, und die Mannspersonen sich des Verdrehens und anderer Leichtfertigkeiten enthalten. Welcher Mann Frauen und Jungfrauen verdrehen und aufwerfen wird, der soll gefänglich eingezogen werden und um 20 Gulden Strafe bestraft werden" (Belgern an der Elbe 1572).

Das wo der Oobrigkait aaber drotz dääne Verbott und Stroofaadrooige nit glungen isch, het d Kiirche gschfft: E voryybergeendi Veränderig vom Walzer. Der Luther het sich no määssig zaigt:

"Man fraget, ob das Tanzen, von welchem viel Böses herzukommen scheint, unter die Sünden zu rechnen sei. Ob es bei den Juden üblich gewesen, weiss ich nicht. Weil es aber bei uns, wie das Gästeeinladen, sich mit Kleidern schmücken, essen, trinken und fröhlich sein, Landessitte und gebräuchlich ist, weiss ich es nicht zu verdammen, wenn es nur nicht übermässig und unzüchtig geschieht. Dass aber Sünden und Laster dabei vorgehen, ist nicht dem Tanz, sondern den unordentlichen Begierden der Tanzenden zuzuschreiben. Gleichwie es auch nicht des Essens und Trinkens Schuld ist, dass etliche darüber zu Säuen werden."

Anderi Gaischtligy hän grosses Gschytz uffgfaare:

"Tanzen ist nichts anderes denn eine Bewegung zur Geilheit, ein Spiel, das allen Frommen übel ansteht, vom lebendigen Teufel, Gott zur Schmach, erfunden... Das wüste Umlaufen, das unzüchtige Drehen, Greifen und Maullecken ist Sünde..." ("Ehespiegel" von Prediger Spangenberg, Strassburg 1528 - 1604).

"Da begreifet man Frauen und Jungfrauen mit unkeuschen Händen, man küsst einander mit hurischem Umfangen, und die Glieder, welche die Natur verborgen hat, entblösst oft Geilheit. Wo geschieht mehr übermut, Trutz, Mord, Verachtung denn eben im Tanz? Tanzen ist eine übung, nit vom Himmel kommen, sondern von dem Teufel erfunden... Man betrachte doch das Tummeln, das Herumschweifen, das Auswerfen der Beine, das Hintersichlaufen, danach Vorlaufen, sich wie ein Rad drehen, die Erde mit den Füssen klopfen, wie ein Kreisel herumhaspeln und wirbeln..." ("Vom Tanzen" von Pfarrer Melchior Ambach, Frankfurt am Main 1545).

"Tanzen ist eine unflätige Bewegung und ein schändliches Schauspiel. Tanzen ist Sünde. Tanzen ist ein Haufen Unreinigkeit. Tanzen ist ein fauler Baum. Tanzen ist Bosheit und eitel Finsternis, ist eine böse Lust. Tanzen ist ein schändlicher und ehrloser Missbrauch. Tanzen ist ein satanischer Aufzug" ("Tanzteufel" von Theologe J.L. Hartmann 1677).

Wie me sich uff Grund vo däne Zitaat unschweer kaa voorstelle, isch der doozmolygy Walzer im Gäägesatz zum hyttige wild und hefftig danzt woorde (bym Schueblättler fliege au hyt no d Maidli und iiry Regg in d Luft), esoo häns die gaischtlige Heere nit so schwäär ghaa, weenigschtens die fremmere Mentsche vo der Schäädligkait vo däm Dryybe z iberzyyge.

Bis anno 1770 het Rue gherrscht, denn aaber het der aigetligy Siigeszug vom Walzer aabroche. D Mentsche, wo in dääne Joor gläbt hat sind voll Häärz, Gfyyl und Laideschaft gsi und si hän der Rusch und die ungibundeni Biwegig gsuecht, wo si im Walzer gfunde hän:

"Wenn das Paar sich eng umschlingt, Knie an Knie, Brust an Brust, Aug in Auge, die Hand des Mädchens auf schwellenden runden Hüften, wenn ihn der reine Atem der Schönen anweht, wenn man an den heissen Wangen die Wärme fühlt und ein Herz dem andern entgegenklopft, muss da nicht Phantasie und Sinnlichkeit rege werden?"

Der Goethe het der Walzer in Stroossburg khenne gleert und het derzu in syynere Autobiografyy „Dichtung und Wahrheit“ gschriibe:

"Während meines Aufenthaltes in Frankfurt war ich von solchen Freuden ganz abgeschnitten; aber in Strassburg regte sich bald, mit der übrigen Lebenslust, die Taktfähigkeit meiner Glieder. An Sonn-und Werkeltagen schlenderte man an keinem Lustort vorbei, ohne daselbst einen fröhlichen Haufen zum Tanze versammelt, und zwar meistens im Kreise drehend zu finden. Ingleichen waren auf den Landhäusern Privatbälle... Hier wäre ich nun freilich nicht an meinem Platz und der Gesellschaft unnütz gewesen; da riet mir ein Freund, der sehr gut walzte, mich erst in minder guter Gesellschaft zu üben, damit ich hernach in der besten etwas gelten könnte. Er brachte mich zu einem Tanzmeister... Der Unterricht dieses Lehrers erleichterte jedoch ein Umstand gar sehr: er hatte nämlich zwei Töchter, beide sehr artig, sprachen nur französisch, und ich nahm mich von meiner Seite zusammen, um vor ihnen nicht linkisch und lächerlich zu erscheinen. Ich hatte das Glück, dass auch sie mich lobten, immer willig waren, nach der kleinen Geige des Vaters ein Menuett zu tanzen, ja sogar, was ihnen freilich beschwerlicher ward, mir nach und nach das Walzen und Drehen einzulernen... Die Hoffnung der Gesellschaft auf Musik wurde endlich befriedigt, sie liess sich hören und alles eilte zum Tanz. Die Allemanden, das Walzen und Drehen war Anfang, Mitte und Ende. Alle waren zu diesem Nationaltanz aufgewachsen; ich auch machte meinen geheimen Lehrmeisterinnen Ehre genug, und Friederike, welche tanzte wie sie ging, sprach und lief, war sehr erfreut, an mir einen geübten Partner zu finden."

Doozmool isch es gang und gääb gsii, lang und ununderbroche und immene rasende Thämpo Walzer z danze, so dass nit weenigi Maidli in Oonmacht gfalle sin, was wiiderum zu einige Verbott gfiert het, daasmool us medizyynischer Sicht. Anno 1797 het der Salomo Wolf e "Erörterung der wichtigsten Ursachen der Schwäche unserer Generation in Hinsicht auf das Walzen und der Beweis, dass das Walzen eine Hauptquelle der Schwäche des Körpers und des Geistes unserer Generation sei".

Biriemt woorde sind Gidicht vom Byron gege der Walzer, und der Heerzoog vo Devonshire wo kai Daame hyyroote het welle wo Walzer danzt (er isch leedig bliibe).

Im Verlauff vom 18. Joorhundert het sich s Thämpo vom gspiilte Wiener Walzer immer mee gstaigeret, (anno 1900 mit 100 Thäggt in der Minute, der hyttig Thurnierwalzer het öppe 60 Thäggd). Bi däm Thämpo isch numme no d Zwaischrittform meeglig gsi. Am Aafang vom 20. Joorhundert isch der Wiener Walzer e Zytlang dur ganz vyyli neii Dänz verdrängt woorde.

Zwai Danzleerer hän derfyr gsorgt, dass der vergässegangeni Wiener Walzer wiiderbiläbt woorden isch: Der Eeschtryychischi Karl von Mirkowitsch (wie vyyli anderi kaiserlich-keenigligi Offizier isch er noch em 1. Wältgrieg Danzleerer woorde) und der Dytschi Paul Krebs, wo in de 50er Joor die modäärni Thechnig zum Wiener Walzer gschriibe und dä Danz im Abrille 1951 in ängland voorgfiert het. Anno 1938 het sich der Wiener Walzer wo biraits ins internazionaali Thurnierbrogramm uffgnoo worden isch bi den ängländer trotz alle Bimieige nit duuresetze kenne und wird nur heggscht sälte an de Thurnier danzt. Uusnaame sin zum Byspiil "United Kingdom” und “International Championships” (an dääne Thurnier wird der Wiener Walzer denne als letschte Danz nach em „Quickstep“ danzt). An den "Open British Championships in Blackpool” kemme “Waltz , Slowfoxtrot, Tango und Quickstep” (in dääre Raiefolgg – seer aagnääm) voor, also kai Wiener Walzer. S Erkyyre vommene „Champion“ kaa das seer erschwääre, wenn zwei Baar in vier Dänz glyych vyyli Phinggt hän. Ainewääg gits syt ainiger Zyt au under vyylen änglische Threener und Danzbaar s Bisträäbe sich mit em Wiener Walzer usenandzsetze und nit numme will dää Danz e Bistanddail vo Wält- und Eiropamaischterschafte und allen andere Thurnier „on the continent“ ooder „abroad“ sind.

 

Thäggscht: Michi Scheerer
Iibersetzig: Eeveli Scheerer

Animation fall back